8.7.06

Island Tagebuch 06



Bereits zum 3. Mal bereiste ich dieses Jahr Island.
Vom 12. - 30. Juni bin ich mit meinem Bruder kreuz und quer und rund um die Insel gefahren.


1.Tag: Mo. - Ankunft
Leuchtturm im WindIn der Schweiz ist es sonnig und heiss mit Temperaturen bis 30°. Seit längerem verfolge ich schon den Wetterbericht für Island und bin nun gespannt was mich da erwartet. Via Kopenhagen fliegen wir nach Reykijavik. Ein ruhiger Flug, aber wie befürchtet ziehen immer mehr Wolken auf, je näher wir unserem Ziel kommen. Bei Ankunft Regen, man sieht kaum etwas beim Landeanflug, doch kurz zeigen sich die Dampfschwaden der blauen Lagune. Weil ein Koffer nicht angekommen ist, verringen wir aber noch viel Zeit am Flughafen. Doch dann gehts endlich los mit unserem Mietwagen. Ganz am Westzipfel von Reykjannes reisst der Himmel dan doch noch auf und ein paar Sonnenstrahlen brechen durch. Es wird ein wunderbarer Abend mit viel Sonne, aber noch mehr Wind. Auch die Temperaturen von ca 5° sind ein rechter Schock gegenüber der Hitze Zuhause. Wetterbericht

2. Tag: Di. - Sonne im Süden
SejalandsfossWunderbar klares Wetter mit strahlend blauem Himmel erwartet uns am nächsten Morgen. Wir sind perplex, denn der Wetterbericht hat eigentlich Dauerregen angesagt. Alleding ist es noch recht kühl und windig. In den Bergen ob Reykjavik liegt die Schneegrenze nur wenige 100m ob Meer. Wir nutzen das schöne Wetter und fahren weiter zum Seljalandsfoss. Herrlich, dem Wasser zuzuschauen, wie es über die ehemaligen Klippen in die Ebene herunterstürzt. Viele weitere Wasserfälle und viele bizarre Felsen begleiten uns auf dem Weg. Leider sind die Klippen von Dyrholaey noch bis zum 25. Juni zum Schutz der Vögel gesperrt. Aber wir werden später hier vorbeikommen. Im herrlichen Abendlicht sehen wir bei Vik die südlichsten Felsspitzen von Island.

3. Tag: Mi. - Regen
Heute sieht die Welt schon wieder ganz anders aus, denn leider stimmt das Wetter nun mit dem Wetterbericht überein und ein Dauerregen mit Wind und Nebel verhüllt die Landschaft. Wir beschliessen, unser Wetterglück im Norden zu suchen und fahren zurück nach Selfoss. Hier besuchen wir eine Schweizerin, die vor vielen Jahren nach Island ausgewandert ist und mich berereits vor zwei jahren getroffen hat. Dann geht es weiter nach Borgarnes, wo wir uns auf einem Farm Holliday einquartiern und bei Sturm und Regen in einem Hot Pot entspannen.

4. Tag: Do. - Abseits der Ringstrasse
Durch ein Pfeiffkonzert der Vögel werden wir geweckt. Allzutrübe sieht der Tag nicht aus und so machen wir uns auf den Weg, um zwei Halbinseln abseits der Ringstrasse zu umrunden. Wolken, Sonne und Regen wechseln sich ab, also richtiges Islandwetter wie man es erwartet. Abends steht eine typische isländische Institution auf dem Programm: das Edda-Hotel. In den Sommermonaten wird in einigen Schulen während den Ferien ein Hotel eingerichtet. So schlafen wir diesmal im Klassenzimmer und erleben das besondere Islandfeeling.

5. Tag: Fr. - Regen
Der Regen hat uns wieder eingeholt. Allerdings zeigt sich die Sonne doch mal ab und zu, um aber gleich wieder hinter der nächsten Wolke zu verschwinden. Heute haben wir aber auch nichts besonderes auf dem Programm. So mieten wir uns abends eine Hütte bei Akranes und lassen es uns gut gehen.

6. Tag: Sa. - Autowechsel
Heute feiert Island seinen Nationalfeiertag. Das spüren wir schnell, als wir in Reykiavik ankommen. Alles ist beflaggt und überall sind Stände mit Windrädchen und Flaggen in den Nationalfarben aufgebaut. Am Nachmittag gibt es einen Umzug mit vielen alten Autos durch die Altstadt. Auch mit einem VW-Käfer ist man hier absolut dabei. Wir geniessen den Trubel als Kontrastprogramm zu den oft menschenleeren Landschaften Islands. Endlich habe ich auch Nachricht von meinem verlorenen Koffer und kann ihn am Busbahnhof abholen. Heute können wir auch endlich unseren kleinen Camper abholen, der leider nicht von Anfang an frei war. Nach einem trüben Tag geniessen wir am Abend noch die herrliche Abendsonne bis weit nach 22 Uhr. Es ist wunderbar, dass es hier in Island im Sommer nie dunkel wird.

7. Tag: So. - Sonne im Süden zum Zweiten
Wunderbar schimmern die Wasserfälle im Sonnenlicht. Wie sieht doch die Welt gleich freundlicher aus, wenn die Sonne scheint. Die blauen Lupinen blühen überall und wunderbar ist es sich mittags zu einem Nickerchen in die duftenden Wiesen zu legen. Unser Etappenziel heute ist der Jökulsarlon. Diese Gletscherlagune hat sich in den letzten 50 Jahren gebildet, weil sich der Gletscher immer weiter zurückgezogen hat. In einem See auf Meereshöhe schwimmen viele kleine Eisberge hin und her und bilden zusammen mit dem Abendlicht eine herrliche Kulisse, die uns Stundenlang in Atem häldt. Die weissen, blauen und manchmal auch schwarzen Eisbrocken faszinieren mich immer wieder und so habe ich sicher hundert Fotos geschossen.

8. Tag: Mo. - Nebelfetzen in den Ostfjorden
Nieselregen begrüsst uns am nächsten Morgen. Doch bald schon reisst der Wind die Wolken auf und wir können doch noch ein paar sonnige Stunden geniessen. Doch die Nebelfetzen an den Bergen der Fjorde östlich von Höfn verschwinden nie ganz.

9. Tag: Di. - Nebelsuppe
Heute legen wir eine grosse Strecke im regen und teilweise im Nebel zurück. Ganz in den nordöstlichsten Zipfel zieht es uns, denn hier wollen wir Josef treffen. Auf dem Campingplatz von Raufarhöfn treffen wir diesen grossen Islandfan schliesslich an und bei Kaffee und Kuchen tauschen wir Neuigkeiten aus.

10. Tag: Mi. - Nebel im Norden
Bei frischen 4-6° und viel Wind machen wir uns auf den Weg. Die Mitternachtssonne können wir uns abschminken. Echofelsen bei Regen, Dettifoss bei Regen, und schliesslich Myvatn bei Regen sind das Ersatzprogramm.


11. Tag: Do. - Endlich Sonne
Bei recht trübem Wetter fahren wir weiter, ohne viel vom Mückensee gesehen zu haben. Bald nach Akureyri hat der Wettergott aber endlich ein Einsehen und die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken. Die herrliche Strecke nach Siglufjördur entschädigt uns vielfach für die beiden trüben Tage. Wieder mal geniessen wir einen der herrlichen, nie enden wollenden Islandabende.

12. Tag: Fr. - Go West
Nun sind wir zuversichtlich, dass das schöne Wetter definitif kommt. Also nehmen wir Kurs auf die Westfjorde. Diese abgelegene Gegend haben wir dieses Jahr ganz oben auf unserer Wuschliste deponiert. Herrliches Wetter begleitet uns den ganzen Tag. Auf einer Schotterstrasse fahren wir nach Nordurfjördur. Immer wieder kommt ein neuer Fjord oder ein neuer Pass zum Vorschein und wir sind schlicht überwältigt von der grandiosen Landschaft. Eben habe im Buch "Von den Gottesgaben" des Dichters Haldor Laxnes die Geschichte einer abgelegenen Heringsstation gelesen, da taucht eben diese verfallene Station in einem einsamen Fjord auf. Die rostige Fabrik ergibt einen eigenartigen Kontrast zu der überwältigenden Natur.

13. Tag: Sa. - Go West
Heute fahren wir die gleiche Schotterstrasse wieder rund 100 km zurück, denn es gibt keine andere Route. Die vielen Fjore zeigen sich aber am Morgen wieder von einer ganz anderen Seite, so dass wir keine Sekunde bereuen, hier rausgefahren zu sein. Wir sind aber noch immer ganz im Osten der Westfjorde, so dass noch ein weiter Weg und viele Fjorde vor uns liegen. Die Tankstellen sind hier auch nicht mehr so häuffig, so dass wir schliesslich mit einem fast leeren Tank gerade noch die nächste Ortschaft erreichen. Wir schwören uns in Zukunft besser auf die Karte zu schauen und lieber mal zu viel als zu spät zu tanken. Noch rund 100 km vor Isafjördur schlagen wir unser Lager auf und geniessen noch lange die schöne Abendstimmung.

14. Tag: So. - Isafjördur
Vorbei ist es wieder mal mit dem Sonnenschein. Immer mehr Wolken ziehen auf und nur manchmal guckt die Sonne hervor. Weiter gehts den Fjorden entlang nach Isafjördur, der Hauptstadt der Westfjorde. Noch kurz beim nordwestlichen Zipfel von Island nachschauen ob die Sonne scheint, aber nix war. So fahren wir halt weiter. Der Tunnel gleich nach Isafjördur hat aber eine Besonderheit, in der Mitte hat es eine Abzweigung. In der Nähe eines jdyllischen Fjordes schlagen wir unser Lager auf.

15. Tag: Mo. - Latrabjarg
Ohne Ausicht auf besseres Wetter ziehen (fahren) wir weiter und machen in Patreksfjördur Mittagsrast. Weiter gehts wiederum den Fjorden entlang zum imposanten Dynjandi Wasserfall. Nun nehmen wir die Holperpiste zum westlichsten Punkt Europas unter die Räder. Mit unserem Allrad Pick Up Camper kein Problem. Gegen Abend dann doch noch einige Sonnenstrahlen. Wunderbar ist es hier den Vogeln zuzusehen. Vor allem der Nationalvogel Islands, der Lundi (Papageitaucher) lässt uns bis auf einen Meter herankommen, ohne sich gestört zu fühlen. Stundenlang sehen wir diesen farbenprächtigen Vögeln zu, wie sie sich vor ihren Nestern putzen und sonnenbaden. In der Luft sehen sie allerdings nicht sehr majestätisch aus, denn sie segeln nicht so elegant wie die Möwen durch die Luft, sondern flattern eher wie Fledermäuse und machen auch mal eine Bruchlandung ins weiche Gras.

16. Tag: Di. - Abschied von den Westfjorden
Wetter siehe oben. Jetzt nehmen wir die letzten paar hundert Kilometer Schotterpiste um den südlichen Teil der Westfjorde unter die Räder. Die Fähre nach Surtsey und ..... lassen wir rechts liegen, um auch die letzten Fjorde voll auszukosten. An einem einsamen Strand finden wir einen der vielen Hotpot, wie sie überall in Island zu sehen sind. Wunderbar ist es hier mit Meersicht im warmen Wasser zu planschen und den Reisestaub abzuwaschen. Nun aber weiter. Fjord um Fjord arbeiten wir uns vorwärts, während die Sonne doch noch Erbarmen mit uns armen Touristen hat. Wieder mal erleben wir einen wunderbaren Abend am Hraunfossar, der viele Regentage aufwiegen kann. Das spezielle Licht des Nordens lockt uns immer wieder ins Freie, um noch schell ein Foto zu machen und immer wieder zu schauen wie der Wasserfall aus den Lavamassen hervorquillt.

17. Tag: Mi. - Das goldene Dreieck
Die Sonne am Morgen ermutigt uns zu einem Ausflug in die Berge. Die Piste nach Thingvellir reizt uns. Während wir endlos über Lava und Steine holpern, grüssen uns immer wieder neue Aussichten auf die Nahen Gletscherberge. Nach dieser majestätischen Passfahrt kommen wir also mental gut vorbereitet in Thingvellir an. Als erstes müssen wir uns erst wieder an die Touristenmassen gewöhnen und verziehen uns erst mal in die Allmänner-Schlucht. Wasserfall und ruhiger Bergbach bilden einen Kontrast zu hektischen Reisegruppen. Hier in Thingvellir liegt die Wiege der isländischen Demokratie. Schon vor mehr als tausend Jahren wurder hier bereits Volksversammlungen und Gerichte abgehalten. Unter anderem gibt es auch einen lieblichen Weiher zu besichtigen, in dem die verurteilten Frauen ersäuft wurden. Wir schauen lieber den Entenfamilien zu, die vor der Kirche im Bach schwimmen. Weiter gehts zum nächsten Touristenmagnet, dem Geysir. Hier hat sich die Sonne bereits wieder hinter den Wolken versteckt, was uns aber nicht hindert, den Wasserfontänen zuzuschauen die hier alle paar Minuten in den Himmel schiessen. Bei der dritten Attraktion, dem Gullfoss, hat uns der Wind und Nieselregen wieder eingeholt. Spätabends glauben wir in den Bergen östlich von uns doch noch ein paar Sonnenstrahlen zu erblicken, und fahren so nach Landmannalaugar.

18. Tag: Do. - Landmannalaugar
Nix war mit Sonne. Konstanter Nieselregen und Nebel verhüllt die Berge. Wenn wir mal ein wenig Sonne zu erblicken glauben, so sind das nur die unglaublich grünen Moose an den Bergflanken. Einzig die vielen Bergbäche die wir überqueren bringen ein wenig Abenteuer in den Tag. Die Piste zur Südküste bringt uns hoch in die Berge und die Temperatur geht immer mehr zurück. Oben auf dem Pass beginnt es sogar leicht zu schneien. Bei der Abfahrt begegnen uns viele Transporte mit Schafen, die auf die höhergelegenen Weiden gebracht werden. Gegen Abend besuchen wir noch die Klippen von Dyrholaey, die inzwischen zugänglich sind. Eine Wanderung über den imposanten Felsenbogen rundet den Tag ab. Die Vögel sind hier aber viel weniger zutraulich als bei Latrabjarg.

19. Tag: Fr. - Ausklang
Nun ist der letzte Tag unserer Reise angebrochen. Kein Wetter kann uns nun noch beeindrucken. Auf der Fahrt nach Keflavik geniessen wir noch einmal die einmalige Natur Islands. Bei Nieselregen fahren wir durch die Lavafelder und sehen manchmal ein wenig Dampf aufsteigen. Etwas Besonderes haben wir uns aber bis ganz zum Schluss aufgespart, ein Bad in der Blauen Lagune. Wer hätte das gedacht, die Sonne sendet uns zum Abschied ein paar wärmende Strahlen, wie um zu sagen, kommt doch wieder mal nach Island.

20. Tag: Sa. - Heimflug
Am Flughafen endet also diesmal das Abenteuer Island. Mit dem Nachtflug fliegen wir nach Zürich. Über den Wolken sehen wir nun auf dem Ganzen Flug ein Abendrot das gleichmässig in des Morgenrot in der Schweiz übergeht. Erst heute Abend wird es für uns das erste mal seit drei Wochen wieder Nacht. Viele Eindrücke und schöne Erlebnisse habe ich auch diesmal bei meiner dritten Islandreise gehabt. Island ich komme wieder.

4.7.06

Bin zurück aus Island

Hallo island Freunde.
Bin soeben aus Island zurückgekommen und habe wieder einen "Haufen" Eindrücke mitgenommen. An dieser Stelle kannst du in ca. 1 Woche meinen Reisebericht lesen. Vorerst gibts allerdings unter www.bilderreise.ch viele Fotos von meiner Islandreise 2004 zu bewundern.