1.7.08

Island Sommer 2008 (2) Westfjorde

1. Teil - Der Norden
2. Teil - Westfjorde
3. Teil - Der Westen
4. Teil - Im Süden

Montag 30. Juni

Von Bru geht es erst mal Nordwärts Richtung Holmavik. Schon bald lasse ich die Wolken hinter mir zurück und habe dann für eine Stunde eitel Sonnen- schein. Mit an die Sonne liegen ist allerdings nichts, denn das sanfte Lüftchen hat etwa die Stärke eines Föhnsturms und die Temperatur einer Bise. Noch ca. 70 km Schotterstrasse liegen vor mir, bis ich das Hotel Dupavik erreiche. Die Wolken haben sich wieder alle versammelt und verbreiten eine gespenstische Stimmung über der ehemaligen Heringsfabrik. Hier fühlt man sich fast am Ende der Welt, was aber nicht stimmt, denn selbst hier gibt es einen Internet-Anschluss.

Dienstag 1. Juli Dupavik

Morgens um 3 Uhr schafft es die Sonne doch noch, ein paar Strahlen in diese verlassene Bucht zu werfen. Weitere 40 km, und ich bin beim Thermalbad Krosnes. Direkt am Meer, mitten in der Natur, liegt das Schwimmbecken. Heute ist es ziemlich uberlaufen, denn es sind schon zwei Leute da. Ich stärke mich im warmen Pool für die Rückfahrt zur Hauptstrasse. Leider zeigt sich die Sonne heute nicht mehr auf der Weiterreise nach Reykjanes. www.djupavik.is

Mittwoch 2. Juli Reykjanes

Viele Kurven und Fjorde liegen vor mir bis in die Hauptstadt der Westfjorde. Die Strasse schlängelt sich den Bergen entlang durch die Fjorde. Scheinbar endlos ist der Weg nach Isafjördur. Die Isländer sind aber eifrig daran, die Strassen auszubauen. So wir über einen Fjord ein Damm und eine Brücke gebaut und so einige Kilometer Weg eingespart. Am Morgen Regnet es noch, aber dann um die Mittagszeit kommt die Sonne doch noch ein wenig hinter den Wolken hervor. Abends ist wieder trüb und regnerisch. Das Wetter is island ist halt launisch. Hier gibt es jedes Wetter, jeden Tag. Nur etwas ist noch unzuverlässiger als das Wetter, der Wetterbericht.

Donnerstag 3. Juli Isafjördur

Kurz nach 11 Uhr straft mich die Sonne Lügen. Der Wetterbericht stimmt, die Sonne scheint. Ich fahre also einige km zurück zu einem schönen Aussichtspunkt und geniesse das Wechsel- spiel von Wolken und Sonne. Von Minute zu Minute erscheinen die Berge in neuem Licht. Beim Leuchturm hat man einen guten Blick auf Isafördur und die nördlichen Berge. Ein Abstecher durch den Tunnel mit Abzweigung ins schöne Tal von Sudeyri ist der nächste Ausflug. Als Dessert gibt's noch gegen Abend eine Fahrt zur Radarstation hoch über Bolungarvik inklusive wunderbarem Ausblick auf Berge und Fjorde. Abends beim Schreiben dieses Blog hat das Wetter übrigens noch etwa 4 mal zwischen Regen und Sonne gewechselt.

Freitag 4. Juli Isafjördur

Es gibt noch viel zu ent- decken in den Westfjorden, zumal das Wetter wieder wunderbar ist. Diesmal gehts mit dem Schiff nach Hesteyri. Diese Siedlung im Norden wurde Mitte des 20. Jahrhunderts aufgegeben. Die alten Häuser werden nur noch als Sommerhäuser genutzt. Deshalb hat die Natur das Gebiet zurückerobert. Meterhoch stehen die Blumen auf den ehemaligen Heuwiesen. Gleich nebenan ist der Campingplatz.

Samstag 5. Juli Hesteyri

Die Nacht war regnerisch und neblig. Ein feiner Lachs zum Frühstück bringt mich schnell wieder auf die Beine. Am Mittag kommt wieder die Sonne. Mit dem Schiff fahren wir zurück nach Isafjördur. Um 13 Uhr gehts dann weiter durch die Fjorde. Am Meer schleichen Nebelfetzen entlang, aber ober herrscht Sonnenschein. Das Wechselspiel von Sonne und Nebel gibt der Landschaft etwas Mythisches. Bei strahlendem Sonnenschein erreiche ich den Dinjandi-Wasserfall, wo ich meine Zelte für diese Nacht aufschlage. Genauer gesagt habe ich nur eins, und das befestige ich mit Heringen.

Sonntag 6. Juli Dinjandi

Nebel am Meer wie gehabt, aber immer wieder drückt die Sonne durch. Der westlichste Punkt von Island und auch von ganz Europa zieht mich an. Beim Leuchturm von Latrabjarg sind die Papageitaucher ganz zahm, man kann bis auf einen Meter an sie heran. Tausende von verschiedenen Vögeln besiedeln diesen gigantischen Vogelfelsen. Bei klarer Sicht könnte man bis Grönland hinübersehen und schauen ob grad ein Eisbär auf einer Eisscholle angeschwommen kommt.

Montag 7. Juli Latrabjarg

Nochmal nach den Papagei- tauchern schauen, dann gehts weiter. Auf der anderen Seite der Klippe bei Raudisandur herrscht schönes Wetter und man kann in der Ferne den Snefelsjökull sehen. Entlang der unzähligen Buchten des Breida- fjördur fahre ich zurück nach Osten. Natürlich gibts unterwegs noch ein Bad in einem herrlichen Natur-Thermalbad.

Dienstag 8. Juli Djupidalur

In einer schönen Bucht habe ich die Nacht verbracht und bin bis nach 22 Uhr an der Sonne gelegen. Weiter gehts den Breidafjördur entlang dann wieder westwärts aus die Halbinsel Snefelness. Die Nebel haben sich still und leise davongemacht und wieder mal herrscht ein Prachtswetter. Von weitem grüsst immer wieder der Snefelsjökull und bis am Abend habe ich ihn dann erreicht und von allen Seiten her abgelichtet.

1. Teil - Der Norden
2. Teil - Westfjorde
3. Teil - Der Westen
4. Teil - Im Süden

6.6.08

Island Sommer 2008 (1) Der Norden



1. Teil - Der Norden
2. Teil - Westfjorde
3. Teil - Der Westen
4. Teil - Im Süden

Freitag 6.Juni. Ennetmoos

Auf gehts zum neuen Island Abenteuer. Fast alles ist gepackt und die Fähre bereits seit Monaten gebucht. Die Berge sind Nebel- verhangen und beim Einladen des Elektro- velos von Klaus regnet es. Anni steht am Fenster und schüttelt den Kopf, als wir das Velo zerlegen und ins kleine Auto stopfen. Guten Mutes machen wir uns auf den Weg, Klaus auf die Velotour in Friesland und ich nach Island. Kaum haben wir die Schweiz verlassen, wird das Wetter immer besser und ab Mittag scheint die Sonne. Dank einigen Staus geniessen wir die Landschaft abseits der Autobahn und kommen daher erst um 11Uhr Nachts nach Elmshorn, wo wir dank GPS auf anhieb ein Zimmer finden.

Samstag 7.Juni. Elmshorn (D)

Klaus und ich gehen nun getrennte Wege. Während Klaus Friesland mit dem Eletrovelo erkundet, fahre ich bei strahlendem Sonnenschein quer durch Dänemark nach Hanstholm, wo mich die Fähre nach Island erwartet. Obwohl es noch nicht Saison ist, sind bereits viele nach Norden unterwegs. Pünktlich um 17 Uhr stechen wir in See. Bei wolkenlosem Himmel geniesse ich die Sonne auf Deck und werde wohl bereits mit einem Sonnenbrand in Island ankommen.

Sonntag 8.Juni Bergen (N)

Unsere Fähre, die Norröna, hat noch immer Frühlings- fahrplan. Deshalb laufen wir am Morgen die Hansestadt Bergen an. Eine Stunde Aufenthalt reicht leider nicht für einen Landgang. Bergen als angeblich regenreichste Stadt macht heute ihrem Namen keine Ehre, von Regen keine Spur. Zwischen den kleinen Schären Inseln durch schlängeln wir uns Richtung offenes Meer. Heute schippern wir an den Shetland Inseln vorbei nach Färoer.

Montag 9.Juni Torshavn (FO)

Früh um Sechs kommen wir in Torshavn an. Da die Smyiril Line wohl den Titel der inkopetentesten Fährgesellschaft anstrebt, veranstaltet sie wie jedes Mal beim Ein- und Ausladen ein Riesenchaos. Einige Fahrzeuge mit Anhänger wurden auf der Einfahrt geparkt, so dass erst die Anhänger mühsam gewendet werden müssen, bevor die ersten Autos rausfahren können. So ist es viertel vor Acht, als ich endlich das Tageslicht erblicke und losfahren kann. Auf den Färöer Inseln herscht das Wetter, das hier üblich ist, sprich Nebel und Nieselregen. Trotzdem fahre ich in den Norden nach Eidy und Giov. Ganz kurz blickt die Sonne durch, so dass ich doch noch ein paar Blicke auf die wunderbare Landschaft werfen kann. Das gleiche Puff beim Einchecken, und los gehts nach Island. Zwischen Regenschleiern, Nebelfetzen und wenigen Sonnenstrahlen sehe ich Färöer hinter mir entschwinden und eine wilde Nacht auf dem Meer erwartet mich.

Dienstag 10. Juni Seydisfjördur (IS)

Schon lange vor der Ankunft sehe ich die steilen Felsen der Ostfjorde aus dem Meer ragen. Schneefelder grüssen mich unter Nebelfetzen. Die Ankunft mit dem Schiff in Island ist immer noch ein grosses Erlebnis. Da das Schiff zu früh angekommen ist, wüssen wir über 3 Stunden warten bis wir aussteigen können. Jetzt gehts endgültig los. Natürlich muss uch noch kurz am Gufufoss anhalten, bevor ich in Egilstadir posten gehe und E-Mail SMS und Blog pflege. Die Sonne schaut auch noch kurz vorbei und jetzt suche ich mir ein schönes Nachtquartier.

Mittwoch 11. Juni Eidar

Ein bisschen kühl und windig, so um die 6 Grad, typisches Islandwetter halt. Zelt zusammen- packen und ab Richtung Norden. Ich habe ein winziges Fleckchen Blau am Himmel entdeckt. Tatsächlich wird es immer besser und bald sehe ich die Halbinsel Langanes im Sonnenschein vor mir. Bei tiefblauem Himmel fahre ich über die Holperpiste hinaus bis zum Leuchtturm. Heute gehört die ganze Halbinsel mir aleine, nicht ganz, denn es hat noch zehntausend brütende Vögel auf den Vogelfelsen. Abends mache ich den ersten Versuch, die Mitternachtssonne zu Fotografieren, aber kurz nach Mitternacht schiebt sich eine Wolkenwand vor die Sonne.

Donnerstag 12. Juni Langanes

Nach dem wunderbaren Sonnentag gestern ist wieder Islandwetter. Heute will ich versuchen Josef zu treffen. Er ist der grösste Islandfan den ich kenne und immer im Sommer auf Island anzutreffen. Im Hotel in Raufarhöfn sagt man mir, er sei in den Bergen. Also erst mal ein SMS absenden und schon läutet das Telefon. An einem kleinen See abseits der Strasse hat sich Josef gemütlich eingerichtet. Bei Kaffee und Kuchen lassen wir alte Zeiten wieder aufleben.

Freitag 13. Juni Raufahrhöfn

Oh Wunder, es ist warm und wolkenlos. Bei diesem strahlenden Wetter mache ich mich bald auf den Weg und umrunde den nördlichsten Zipfel Islands. Der mächtige Dettifoss zieht mich an. Die tosenden Gletscherwasser in der mächtigen Schlucht sind ein imposanter Anblick. Von ferne grüsst der Herdubreid, einer der schönsten Berge von Island. Seine gleichmässige Form mit der Majestätischen Schneehaube ist einzigartig und nicht allzu oft sichtbar. Noch trennen mich aber etliche Kilometer Wellblechpiste von der Ringstrasse. Alle Hochlandpisten sind noch geschlossen, also komme ich nicht mehr näher ran.

Samstag 14. Juni Egilstadir

An einem Bach mit Sicht auf die Bergkette habe ich ein wunderbares Nachtlager gehabt. Heute will ich den neuen Stausee in den Bergen Besichtigen. Durch die einzigen Wälder Islands entlang des Lögurin Sees und dann über weite Hochebenen führt eine gute Strasse zum Stausee Halslon. Im Tal herrscht üppiger Frühling, auch wenn erst der Löwenzahn blüht, doch in höheren Regionen gibts noch kein Grün. Der fast 200m hohe aufgeschüttete Damm hält die Gletscherwasser des Vatnajökull zurück, um dann das Wasser durch ein riesiges Tunnelsystem auf 6 Torbinen zu leiten. Unweit von Egilstadir kommt das Wasser dann wieder an die Oberfläche und färbt den früher blauen Lögurin grau ein. Auf der Rückreise nach Egilstadir muss ich eine kilometerlange Baustelle mit Schotterpiste bewältigen, und da passierts, ein Reifen wird aufgeschlitzt. Es ist Samstagabend und so werde ich wohl eine längere Pause in Egilstadir einlegen. Abends bei Kaffee und "Guetsli" frage ich mich, was wohl der Grund für die Reiffenpanne ist. Als ich die isländischen Schockoriegel anbeisse weiss ich warum, aller Gummi steckt in diesem Riegel statt im Pneu.

Sonntag 15. Juni Egilstadir

Heute ist der 10. Tag meiner Reise und daher sicher eine Pause angesagt. Lange schlafen und dann schauen wo es den besten Kaffee und Kuchen gibt.




Montag 16. Juni Egilstadir

Am Montag wird wieder in die Hände gespuckt, vier neue isländische Pneu montiert und ab über Pass und Schotter- strasse nach Borgarfjördur. Leider zeigt sich heute das Wetter mehr von der isländischen Seite. Nieselregen und Nebelfetzen werden von einem kräftigen Wind über die Berge gefegt. Nur gut hat mein Auto eine eingebaute Kaffeemaschine, so kann ich gemütlich im trockenen sitzen und den Wetterkapriolen zuschauen. Auch bei Wind und Wetter ist Island eindrücklich, und wenn die Nebelfetzen aufreissen, gibt es überraschende Ausblicke. Mein heutiges Ziel ist der Schwarzwald. Ein wenig Abseits der Ringstrasse gibt es in einem kleinen Wald das Hotel Svartiskogur.

Dienstag 17. Juni Svartiskogur

Heute ist der Isländische Nationalfeier- tag. Im Svartiskogur spürt man allerdings nichts davon. Nicht mal eine Island-Flagge ist gehisst. Am Frühstücks- tisch wird fast überall schweizerdeutsch gesprochen, nur zwei Holländer sind auch noch da. Das Svartiskogur als Geheimtipp wird jetzt auch von Reisebüros als Teil der Mietwagenrundreise angeboten. Am Morgen Nieselt es noch leicht, aber als die Sonne teilweise durchdrückt, beschliesse ich den Umweg über die Hellisheidi zu nehmen. Dieser Pass bietet einen wunderbaren Ausblick über Flussmündung und Strand. Bis ich dann oben bin, hat das Wetter wieder gewechselt und Nebel und Schneeflocken kämpfen bei 0.5° um die Vorherrschaft. Aber immer wieder reissen die Wolken auf und machen den Sonnenstrahlen Platz, die eine karge aber schöne Landschaft beleuchten. Bald künden Lavafelder neben der Strasse die Nähe von Myvatn an, einem aktiven Vulkangebiet. Heute hat's am Mückensee aber keine Mücken. Sie können wohl nicht schnell genug fliegen.

Mittwoch 18. Juni Myvatn

Kaltes und windiges Wetter herrscht hier oben am Mückensee. Unmittelbar am See finde ich ein schönes Zimmer mit Ausblick. Hier im Trockenen kann ich beobachten wie die Wolken vorbeiziehen und ab und zu auch mal eine Schneeflocke fallen lassen. Gegen Mittag kommen dann die ersten blauen Flecken zum Vorschein. Ich erkunde die Lavalandschaft rund um den See. In Island gibt es jedes Wetter, jeden Tag. So auch heute. Sonne und Nieselregen wechseln sich ab. Auf der Fahrt nach Reykjalhid habe ich die Auswahl, durch die Sonne oder durch den Regen zu fahren. Ich entscheide mich für den Regen und werde mit einer schönen Aussicht auf die Schönwetterseite des Mückensees belohnt. In der Nähe liegt das Thermalgebiet Krafla. Hier wird schon seit 40 Jahren aus heissem Dampf Strom erzeugt. Allerdings ist dieser Schwefeldampf sehr aggressiv, so dass die Turbinen in den Anfangsjahren mehrmals zerstört wurden. Im Gegensatz zu den heissen Dämpfen im Erdinnern weht an der Oberfläche ein ziemlich kühles Lüftchen, sprich Schneesturm. Ich kehre also gerne in die Wärme zurück und bringe am Fensterplatz meine Fotos ins Internet. www.bilderreise.ch

Donnerstag 19. Juni Myvatn

Auch heute ist kühles Wetter um die 2° angesagt. Genau das Richtige für ein Bad im Freien. Im Naturebath Myvatn geniesse ich das heisse Thermalwasser und fahre dann weiter Richtung Husavik. Hier am Mückensee ist es kalt und regnerisch, aber bereits kurz nach Husavik zeigt sich die Sonne wieder. In einer ehemaligen Schule beziehe ich Nachtquartier.

Freitag 20. Juni Asbyrgi

Durch die Öxarfjardar- heidi führt mich die Piste durch das einsame Hinterland wieder nach Raufahrhöfn. Durch die Melrakkasletta geht es zurück nach Skulagardur und ich nehme Abschied vom Nördlichsten Zipfel Islands. Abends wird es immer sonniger und ich muss unbedingt noch mal raus. In Asbyrgy geniesse ich einen wunderbaren Sommerabend. Noch um 23 Uhr bescheint die Sonne die Felsen und sie spiegeln sich im kleinen See. Um Mitternacht geniesse ich die Sonne auf den Klippen.

Samstag 21. Juni Asbyrgi

Ein wunderbarer Morgen lockt mich in den Nationalpark und animiert zu einer Wanderung rund um die Echofelsen. In der gewaltigen Schlucht der Jökulsa a Föllum sind aus Lava und durch Erosion imposante Kunstwerke der Natur entstanden. Am Mittag bilden sich im Landesinnern wieder Wolken, aber die Küste bleibt sonnig. An der Halbinsel Tjörnes grüssen die schneebedeckten Berge über die Bucht bei Husavik. Nochmals einen kleinen Abstecher an den Myvatn. Abends grüsst die Sonne bei bedecktem Himmel durch einen schmalen Spalt zwischen 23 und 24 Uhr den Mückensee und ich schaue mit dem Hofhund den friedlichen Enten zu. Nur manchmal ein Platschen und Auffliegen der Enten, wenn der Jagdtrieb beim Hund kurz aufflammt.

Sonntag 22. Juni Myvatn

Heute verlasse ich das Gebiet des Mückensees und fahre weiter Richtung Akureyri. Im schönsten Sonnenschein bewundere ich den Godafoss. Und einen Hügel weiter grüsst das Nordmeer. Im Ladesinnern hat es eine Wolkendecke, aber im Norden scheint die Sonne. Das alte Gehöft Laufas mit seinen Torfhäusern fasziniert mich immer wieder. Über einen Pass will ich ganz nach Norden vorstossen, muss aber kurz vor dem Ziel wegen einem Bach mit zu viel Wasser umkehren, denn Baden in Island ist zwar angesagt, aber ohne Auto. Ich beschliesse das schöne Wetter im Norden auszunutzen und fahre rund um den Fjord nach Siglufjördur, um die Mitternachtssonne zu fotografieren. Gleich vor dem Tunnel installiere ich mich auf einer Klippe und richte alle Rohre gen Norden.

Montag 23. Juni Siglufjördur

Das Ausharren hat sich gelohnt. Kurz nach 1 Uhr erreicht die Sonne ihren tiefsten Punkt und ich schiesse Fotos was die Kamera her gibt. Die vielen leeren Patronenhülsen weiter unten zeugen davon, dass hier nicht nur auf die Sonne geschossen wird, sondern wohl auch der eine oder andere Vogel dran glauben muss. Herrlich ist es hier oben im hohen Norden, wenn die Sonne nicht untergeht. Ich bin zwar noch etliche Kilometer vom Polarkreis entfernt, aber dank der Höhe von über 100m kann man die Mitternachtssonne trotzdem sehen. Die kleine Insel Hrisey ist heute mein Ziel. Mit einer Fähre ist man in einer Viertelstunde auf der Insel. Hier hat sich aufgrund der abgeschiedenen Lage eine eigene Vogel und Pflanzenwelt gebildet. Auch das kleine schmucke Dorf ist sehr schön, aber ziemlich Verschlafen.

Dienstag 24. Juni Dalvik

Heute gehe ich es ein wenig gemütlicher an, denn schliesslich habe ich gestern eine lange Nacht gehabt. Auf nach Akureyri und ein wenig Dorfbummel und auch den Blog wieder in Schuss halten.

Mittwoch 25. Juni Dalvik

Ich bin schon ziemlich im Norden, aber mit dem Schiff geht's noch ein wenig nördlicher. Grimsey am Polarkreis lockt mich. Nach gut 3 Stunden Fahrt komme ich auf dieser Insel mit wenig Bewohnern aber vielen Vögeln an. Einige der Vögel haben aber einen Vogel, denn in Kamikaze Manier greifen sie im Sturzflug an. Viel friedlicher sind da die Papageitaucher, die das oberste Stockwerk der Klippen bewohnen. Im Süden kann man die Berge von Islands Nordküste im Sonnenlicht sehen. Auch heute kann ich wieder einen gemütichen Abend auf einer einsamen Farm erleben. Mit einem isländischen Börsenheini und zwei Deutschen schauen wir meine Bilder an. Mit Sonnenschein bis nach Mitternacht und einem Bad im Hot Pot beschliesse ich den Tag.

Donnerstag 26. Juni Dalvik

Ich nehme Abschied von Akureyri und fahre weiter auf die Halbinsel Skagi. Vorbei an verlassenen Bauernhöfen und einem schönen Wasserfall fahre ich an vielen Buchten entlang an den nördlichsten Zipfel. Da es wieder fast wolkenlos ist, will ich nochmals versuchen die Mitternachtssonne zu sehen. Ca. um 01:20 erreicht die Sonne hier ihre tiefste Stelle. Leider schiebt sich um 00:30 eine Wolkenbank vom meine Linsen, sonst wäre das wieder eine super Fotoserie geworden. Beim Leuchtturm von Kalfshamarsvik schlage ich mein Zelt auf.

Freitag 27. Juni Skagi

Die Gegend von Blönduas ist bekannt für ihre grossen Bauernhöfe. Viel Schafzucht wird hier betrieben, aber auch Pferdefarmen und Milchwirtschaft gibts hier. Zuerst besuche ich aber noch Hvitsekur, die imposante Felsformation im Hunafjördur. Gegen Abend schiebt sich eine grosse Wolkenbank von Norden her aufs Festland. So suche ich mir ein Quartier in der Schule von Hunavellir. Im Klassenzimmer 2 richte ich mich ein. Dieses Wochenende ist auch eine Hochzeitsgesellschaft hier und so gibt es ziemlich viel Betrieb. Viele stellen bei Wind und Regen ihre Zelte auf und ich bin froh im Trockenen zu sein.

Samstag 28. Juni Blönduos

In der Nacht hat es weit herunter geschneit. Aber um Mittag reissen die Wolken wieder auf. Auf der letzten Farm vor der Kjöur Route besuche ich eine Deutsche, die seit 3 Jahren hier lebt und auf verschieden Farmen arbeitet. Nachmittags mache ich einen Abstecher nach Saudarkrokur. Bei viel Wind und Sonnenschein geniesse ich Berge und Meer.

Sonntag 29. Juni Hvammstangi

Regentag in einem kleinen Fischerdorf. Karten schreiben und Kaffee trinken.

Montag 30. Juni Hvammstangi

Heute gehe ich in Borgarnes die Post abholen und dann ab in die Westfjorde.

1. Teil - Der Norden
2. Teil - Westfjorde
3. Teil - Der Westen
4. Teil - Im Süden

17.5.08

Bald wieder Island

Nun geht es nur noch 3 Wochen und schon bin ich wieder unterwegs nach Island.
Diemal kommt wieder mal die Fähre zum Zug. An dieser Stelle werde ich dann regelmässig von meiner Sommerreise berichten. Auf bald in Island.

Donnerstag 29. Mai
Die Erde hatt gezittert in Selfoss. Ein Erdbeben von 6.2 hat ziemlichen Schaden angerichtet und Steine auf die Strasse geschmissen. Island ist halt ein heisses Pflaster, wo man der Hölle noch nahe ist.

Montag 2. Juni
Haare schneiden, Laptop updaten, Zelt und warme Kleider zusammensuchen, noch viermal schlafen, dann gehts los...........

1.2.07

Island im Winter


Jetzt ist es soweit, ich bin wieder mal in Island. Diese Nacht bin ich in Keflavik gelandet. Ich will mal Island im Winter erleben. In der Schweiz hatten wir die letzten Tage ein wenig Winter mit Schnee bis in die Niederungen. Also habe ich die letzten Tage mit Interesse den Wetterbericht von Island verfolgt. Die Prognosen haben nichts gutes verheissen. In Island ist es momentan alles andere als Winter. Die Temperaturen liegen so um 5 Grad, also nur wenig kälter als im letzten Sommer. Nun Bin ich also da. Es liegt kein Schnee, ausser ein paar Flocken auf der Windschutzscheibe, die diese Nacht gefallen sind. Was werden die kommenden Tage wohl bringen?

Do. 1. Feb. 07 - Thingvellir
Es ist 10 Uhr und oh Wunder, die ersten Sonnenstrahlen gucken hinter den Wolken hervor. Und so bleibt es den ganzen Tag, Wolken und kurze Sonnenstrahlen wechseln sich ab. Manchmal kann ich einen Blick auf ferne verschneite Berghänge erblicken, aber in tiefen Lagen liegt kein Schnee. Auf dem Weg nach Thingvellir allerdings ist die Strasse verschneit und ziemlich glatt, auch wenn neben der Strasse kaum Schnee liegt. Abends im Hotel Nesbud bin ich der einzige Gast. Es ist wunderbar nachts im Freien im Hot Pot zu baden wenn der Mond scheint und die Schneeflocken fallen.

Fr. 2. Feb. 07 - Geysir
Heute ist ein trüber Tag, es regnet den ganzen Tag. Ich denke oft, Island hat wohl keinen Winter mehr, nur eine Regenzeit. Lediglich in Geysir und beim Gullfoss liegt ein wenig Schnee, der sich aber zusehends in Pflotsch verwandelt. Ich fahre also nach Selfoss und verziehe mich ins Hotel.

Sa. 3. Feb. 07 - Selfoss - Skogafoss
In der Nacht hat sich der Mond gezeigt und zum Frühstück wirbeln die Schneeflocken vor dem Fenster. Begleitet von den ersten Sonnenstrahlen fahre ich Richtung Seljandsfoss. Auch heute wechseln sich Sonne und Wolken und Schneeschauer ab. Der Winter hat also doch noch nach Island gefunden. Ich kann einige schöne Ausblicke auf die Berge und den Seljandsfoss erhaschen. Beim Skogafoss erwische ich die einzigen paar Sekunden Sonnenschein zwischen zwei Schneeschauern. Die Strasse ist inzwischen eine einzige Eisfläche und vorsichtig fahre ich zum Hotel Nesbud zurueck. Heute bin ich einziger Gast mit 40 Frauen, die hier ein Probeweekend mit ihrem Chor verbringen.

So. 4. Feb. 07 - Geysir - Gullfoss
Wolkenverhangen beginnt der Tag. Erst als ich die geschenkte Chor CD einlege, beginnt es aufzuhellen und das Wetter wird immer besser. Da ich Richtung Geysir einen heller Schimmer erkenne, beschliesse ich heute nochmals diese Richtung einzuschlagen. Auch wenn es immer noch nicht viel Schnee hat, auf der Strasse hat es genug. Die Temperatur ist jetzt auf -4° gesunken. Als ich in Geysir eintreffe, hat die Sonne endgültig gewonnen und ein wunderbarer Wintertag entfaltet sich. Ich komme kaum noch nach mit Filmen und Fotografieren. Als Höhepunkt des Tages präsentiert sich mir der Gullfoss in den wunderbaren Farben des Abendlichts.

Mo. 5. Feb. 07 - Reykjavik - Walfjord - Thingvellir
Wunderbares Winterwetter mit Sonnenschein. Heute statte ich dem Walfjord einen Besuch ab. Der südliche Teil des Fjords liegt zwar im Winter immer im Schatten, da die Sonne die steilen Nordhänge nicht bescheinen kann. Es ist ein unvergleichliches Bild, aus dem Schatten in den sonnendurchfluteten Fjord zu schauen. Ich kann nicht anders, alle paar Meter muss ich wieder anhalten und die Kamera zücken. Weiter gehts dann nach Thingvellir. Der See mit den umliegenden Bergen ergibt eine eindrückliche Kulisse für diesen geschichtsträchtigen Ort.

Di. 6. Feb. 07 - Reykyavik
Ich kann es nicht lassen und fahre nochmals zum Seljandfoss. Bei wunderbarem Winterwetter und -7° geniesse ich diesen herrlichen Wasserfall ausgiebig und unternehme auch eine kleine Wanderung. Wer hätte das gedacht, dass ich diese Winter-Islandferien so schön abschliessen kann, denn bei der Ankunft hat alles noch ganz anders ausgesehen. Viele Fotos und Erinnerungen werden mich noch oft an dieses einzigartige Land erinnern. Island ich komme wieder.

Mi. 7. Feb. 07 - Heimreise
Wieder ist ein wunderbarer Morgen. Da fällt es schwer, Abschied zu nehmen von Island. Nun noch durch die verschneiten Lavafelder nach Keflavik. Iclandexpress bringt mich heute nach Friedrichshafen und nach Mitternacht bin ich dann zu Hause. Ich werde noch lange an das Wintermärchen Island denken.

Remigi Remigisson

25.1.07

Vorfreude

Bald ist es soweit!
In einer Woche bin ich wieder in Island.
Diesmal im Winter. Schade nur dass es noch nicht so richtig Winter ist in Island. Ich hoffe das kommt noch.

8.7.06

Island Tagebuch 06



Bereits zum 3. Mal bereiste ich dieses Jahr Island.
Vom 12. - 30. Juni bin ich mit meinem Bruder kreuz und quer und rund um die Insel gefahren.


1.Tag: Mo. - Ankunft
Leuchtturm im Wind
Leuchtturm Gardur
In der Schweiz ist es sonnig und heiss mit Temperaturen bis 30°. Seit längerem verfolge ich schon den Wetterbericht für Island und bin nun gespannt was mich da erwartet. Via Kopenhagen fliegen wir nach Reykijavik. Ein ruhiger Flug, aber wie befürchtet ziehen immer mehr Wolken auf, je näher wir unserem Ziel kommen. Bei Ankunft Regen, man sieht kaum etwas beim Landeanflug, doch kurz zeigen sich die Dampfschwaden der blauen Lagune. Weil ein Koffer nicht angekommen ist, verringen wir aber noch viel Zeit am Flughafen. Doch dann gehts endlich los mit unserem Mietwagen. Ganz am Westzipfel von Reykjannes reisst der Himmel dan doch noch auf und ein paar Sonnenstrahlen brechen durch. Es wird ein wunderbarer Abend mit viel Sonne, aber noch mehr Wind. Auch die Temperaturen von ca 5° sind ein rechter Schock gegenüber der Hitze Zuhause. Wetterbericht

2. Tag: Di. - Sonne im Süden
Sejalandsfoss
Seljalandsfoss
Wunderbar klares Wetter mit strahlend blauem Himmel erwartet uns am nächsten Morgen. Wir sind perplex, denn der Wetterbericht hat eigentlich Dauerregen angesagt. Alleding ist es noch recht kühl und windig. In den Bergen ob Reykjavik liegt die Schneegrenze nur wenige 100m ob Meer. Wir nutzen das schöne Wetter und fahren weiter zum Seljalandsfoss. Herrlich, dem Wasser zuzuschauen, wie es über die ehemaligen Klippen in die Ebene herunterstürzt. Viele weitere Wasserfälle und viele bizarre Felsen begleiten uns auf dem Weg. Leider sind die Klippen von Dyrholaey noch bis zum 25. Juni zum Schutz der Vögel gesperrt. Aber wir werden später hier vorbeikommen. Im herrlichen Abendlicht sehen wir bei Vik die südlichsten Felsspitzen von Island.

3. Tag: Mi. - Regen
Hotpot im Farmholiday
Heute sieht die Welt schon wieder ganz anders aus, denn leider stimmt das Wetter nun mit dem Wetterbericht überein und ein Dauerregen mit Wind und Nebel verhüllt die Landschaft. Wir beschliessen, unser Wetterglück im Norden zu suchen und fahren zurück nach Selfoss. Hier besuchen wir eine Schweizerin, die vor vielen Jahren nach Island ausgewandert ist und mich berereits vor zwei jahren getroffen hat. Dann geht es weiter nach Borgarnes, wo wir uns auf einem Farm Holliday einquartiern und bei Sturm und Regen in einem Hot Pot entspannen.

4. Tag: Do. - Abseits der Ringstrasse
Hvitserkur
Durch ein Pfeiffkonzert der Vögel werden wir geweckt. Allzutrübe sieht der Tag nicht aus und so machen wir uns auf den Weg, um zwei Halbinseln abseits der Ringstrasse zu umrunden. Wolken, Sonne und Regen wechseln sich ab, also richtiges Islandwetter wie man es erwartet. Abends steht eine typische isländische Institution auf dem Programm: das Edda-Hotel. In den Sommermonaten wird in einigen Schulen während den Ferien ein Hotel eingerichtet. So schlafen wir diesmal im Klassenzimmer und erleben das besondere Islandfeeling.

5. Tag: Fr. - Regen
bei Akranes
Der Regen hat uns wieder eingeholt. Allerdings zeigt sich die Sonne doch mal ab und zu, um aber gleich wieder hinter der nächsten Wolke zu verschwinden. Heute haben wir aber auch nichts besonderes auf dem Programm. So mieten wir uns abends eine Hütte bei Akranes und lassen es uns gut gehen.






6. Tag: Sa. - Autowechsel
Mit dem neuen Auto an der Südküste
Heute feiert Island seinen Nationalfeiertag. Das spüren wir schnell, als wir in Reykiavik ankommen. Alles ist beflaggt und überall sind Stände mit Windrädchen und Flaggen in den Nationalfarben aufgebaut. Am Nachmittag gibt es einen Umzug mit vielen alten Autos durch die Altstadt. Auch mit einem VW-Käfer ist man hier absolut dabei. Wir geniessen den Trubel als Kontrastprogramm zu den oft menschenleeren Landschaften Islands. Endlich habe ich auch Nachricht von meinem verlorenen Koffer und kann ihn am Busbahnhof abholen. Heute können wir auch endlich unseren kleinen Camper abholen, der leider nicht von Anfang an frei war. Nach einem trüben Tag geniessen wir am Abend noch die herrliche Abendsonne bis weit nach 22 Uhr. Es ist wunderbar, dass es hier in Island im Sommer nie dunkel wird.

7. Tag: So. - Sonne im Süden zum Zweiten
Jökulsarlon
Wunderbar schimmern die Wasserfälle im Sonnenlicht. Wie sieht doch die Welt gleich freundlicher aus, wenn die Sonne scheint. Die blauen Lupinen blühen überall und wunderbar ist es sich mittags zu einem Nickerchen in die duftenden Wiesen zu legen. Unser Etappenziel heute ist der Jökulsarlon. Diese Gletscherlagune hat sich in den letzten 50 Jahren gebildet, weil sich der Gletscher immer weiter zurückgezogen hat. In einem See auf Meereshöhe schwimmen viele kleine Eisberge hin und her und bilden zusammen mit dem Abendlicht eine herrliche Kulisse, die uns Stundenlang in Atem häldt. Die weissen, blauen und manchmal auch schwarzen Eisbrocken faszinieren mich immer wieder und so habe ich sicher hundert Fotos geschossen.

8. Tag: Mo. - Nebelfetzen in den Ostfjorden
Eystrahorn bei Höfn
Nieselregen begrüsst uns am nächsten Morgen. Doch bald schon reisst der Wind die Wolken auf und wir können doch noch ein paar sonnige Stunden geniessen. Doch die Nebelfetzen an den Bergen der Fjorde östlich von Höfn verschwinden nie ganz.







9. Tag: Di. - Nebelsuppe
Heute legen wir eine grosse Strecke im regen und teilweise im Nebel zurück. Ganz in den nordöstlichsten Zipfel zieht es uns, denn hier wollen wir Josef treffen. Auf dem Campingplatz von Raufarhöfn treffen wir diesen grossen Islandfan schliesslich an und bei Kaffee und Kuchen tauschen wir Neuigkeiten aus.

10. Tag: Mi. - Nebel im Norden
Dettifoss
Bei frischen 4-6° und viel Wind machen wir uns auf den Weg. Die Mitternachtssonne können wir uns abschminken. Echofelsen bei Regen, Dettifoss bei Regen, und schliesslich Myvatn bei Regen sind das Ersatzprogramm.







11. Tag: Do. - Endlich Sonne
Bei recht trübem Wetter fahren wir weiter, ohne viel vom Mückensee gesehen zu haben. Bald nach Akureyri hat der Wettergott aber endlich ein Einsehen und die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Wolken. Die herrliche Strecke nach Siglufjördur entschädigt uns vielfach für die beiden trüben Tage. Wieder mal geniessen wir einen der herrlichen, nie enden wollenden Islandabende.

12. Tag: Fr. - Go West
Djupavik
Nun sind wir zuversichtlich, dass das schöne Wetter definitif kommt. Also nehmen wir Kurs auf die Westfjorde. Diese abgelegene Gegend haben wir dieses Jahr ganz oben auf unserer Wuschliste deponiert. Herrliches Wetter begleitet uns den ganzen Tag. Auf einer Schotterstrasse fahren wir nach Nordurfjördur. Immer wieder kommt ein neuer Fjord oder ein neuer Pass zum Vorschein und wir sind schlicht überwältigt von der grandiosen Landschaft. Eben habe im Buch "Von den Gottesgaben" des Dichters Haldor Laxnes die Geschichte einer abgelegenen Heringsstation gelesen, da taucht eben diese verfallene Station in einem einsamen Fjord auf. Die rostige Fabrik ergibt einen eigenartigen Kontrast zu der überwältigenden Natur.

13. Tag: Sa. - Go West
bei Dragsnes
Heute fahren wir die gleiche Schotterstrasse wieder rund 100 km zurück, denn es gibt keine andere Route. Die vielen Fjore zeigen sich aber am Morgen wieder von einer ganz anderen Seite, so dass wir keine Sekunde bereuen, hier rausgefahren zu sein. Wir sind aber noch immer ganz im Osten der Westfjorde, so dass noch ein weiter Weg und viele Fjorde vor uns liegen. Die Tankstellen sind hier auch nicht mehr so häuffig, so dass wir schliesslich mit einem fast leeren Tank gerade noch die nächste Ortschaft erreichen. Wir schwören uns in Zukunft besser auf die Karte zu schauen und lieber mal zu viel als zu spät zu tanken. Noch rund 100 km vor Isafjördur schlagen wir unser Lager auf und geniessen noch lange die schöne Abendstimmung.

14. Tag: So. - Isafjördur
Leuchtturm Bolungarvik
Vorbei ist es wieder mal mit dem Sonnenschein. Immer mehr Wolken ziehen auf und nur manchmal guckt die Sonne hervor. Weiter gehts den Fjorden entlang nach Isafjördur, der Hauptstadt der Westfjorde. Noch kurz beim nordwestlichen Zipfel von Island nachschauen ob die Sonne scheint, aber nix war. So fahren wir halt weiter. Der Tunnel gleich nach Isafjördur hat aber eine Besonderheit, in der Mitte hat es eine Abzweigung. In der Nähe eines jdyllischen Fjordes schlagen wir unser Lager auf.


15. Tag: Mo. - Latrabjarg
Papageitaucher
Ohne Ausicht auf besseres Wetter ziehen (fahren) wir weiter und machen in Patreksfjördur Mittagsrast. Weiter gehts wiederum den Fjorden entlang zum imposanten Dynjandi Wasserfall. Nun nehmen wir die Holperpiste zum westlichsten Punkt Europas unter die Räder. Mit unserem Allrad Pick Up Camper kein Problem. Gegen Abend dann doch noch einige Sonnenstrahlen. Wunderbar ist es hier den Vogeln zuzusehen. Vor allem der Nationalvogel Islands, der Lundi (Papageitaucher) lässt uns bis auf einen Meter herankommen, ohne sich gestört zu fühlen. Stundenlang sehen wir diesen farbenprächtigen Vögeln zu, wie sie sich vor ihren Nestern putzen und sonnenbaden. In der Luft sehen sie allerdings nicht sehr majestätisch aus, denn sie segeln nicht so elegant wie die Möwen durch die Luft, sondern flattern eher wie Fledermäuse und machen auch mal eine Bruchlandung ins weiche Gras.

16. Tag: Di. - Abschied von den Westfjorden
Hellulaug
Wetter siehe oben. Jetzt nehmen wir die letzten paar hundert Kilometer Schotterpiste um den südlichen Teil der Westfjorde unter die Räder. Die Fähre nach Surtsey und ..... lassen wir rechts liegen, um auch die letzten Fjorde voll auszukosten. An einem einsamen Strand finden wir einen der vielen Hotpot, wie sie überall in Island zu sehen sind. Wunderbar ist es hier mit Meersicht im warmen Wasser zu planschen und den Reisestaub abzuwaschen. Nun aber weiter. Fjord um Fjord arbeiten wir uns vorwärts, während die Sonne doch noch Erbarmen mit uns armen Touristen hat. Wieder mal erleben wir einen wunderbaren Abend am Hraunfossar, der viele Regentage aufwiegen kann. Das spezielle Licht des Nordens lockt uns immer wieder ins Freie, um noch schell ein Foto zu machen und immer wieder zu schauen wie der Wasserfall aus den Lavamassen hervorquillt.

17. Tag: Mi. - Das goldene Dreieck
Thingvellir
Die Sonne am Morgen ermutigt uns zu einem Ausflug in die Berge. Die Piste nach Thingvellir reizt uns. Während wir endlos über Lava und Steine holpern, grüssen uns immer wieder neue Aussichten auf die Nahen Gletscherberge. Nach dieser majestätischen Passfahrt kommen wir also mental gut vorbereitet in Thingvellir an. Als erstes müssen wir uns erst wieder an die Touristenmassen gewöhnen und verziehen uns erst mal in die Allmänner-Schlucht. Wasserfall und ruhiger Bergbach bilden einen Kontrast zu hektischen Reisegruppen. Hier in Thingvellir liegt die Wiege der isländischen Demokratie. Schon vor mehr als tausend Jahren wurder hier bereits Volksversammlungen und Gerichte abgehalten. Unter anderem gibt es auch einen lieblichen Weiher zu besichtigen, in dem die verurteilten Frauen ersäuft wurden. Wir schauen lieber den Entenfamilien zu, die vor der Kirche im Bach schwimmen. Weiter gehts zum nächsten Touristenmagnet, dem Geysir. Hier hat sich die Sonne bereits wieder hinter den Wolken versteckt, was uns aber nicht hindert, den Wasserfontänen zuzuschauen die hier alle paar Minuten in den Himmel schiessen. Bei der dritten Attraktion, dem Gullfoss, hat uns der Wind und Nieselregen wieder eingeholt. Spätabends glauben wir in den Bergen östlich von uns doch noch ein paar Sonnenstrahlen zu erblicken, und fahren so nach Landmannalaugar.

18. Tag: Do. - Landmannalaugar
Leuchtturm Dirholey
Nix war mit Sonne. Konstanter Nieselregen und Nebel verhüllt die Berge. Wenn wir mal ein wenig Sonne zu erblicken glauben, so sind das nur die unglaublich grünen Moose an den Bergflanken. Einzig die vielen Bergbäche die wir überqueren bringen ein wenig Abenteuer in den Tag. Die Piste zur Südküste bringt uns hoch in die Berge und die Temperatur geht immer mehr zurück. Oben auf dem Pass beginnt es sogar leicht zu schneien. Bei der Abfahrt begegnen uns viele Transporte mit Schafen, die auf die höhergelegenen Weiden gebracht werden. Gegen Abend besuchen wir noch die Klippen von Dyrholaey, die inzwischen zugänglich sind. Eine Wanderung über den imposanten Felsenbogen rundet den Tag ab. Die Vögel sind hier aber viel weniger zutraulich als bei Latrabjarg.

19. Tag: Fr. - Ausklang
Reykjavik
Nun ist der letzte Tag unserer Reise angebrochen. Kein Wetter kann uns nun noch beeindrucken. Auf der Fahrt nach Keflavik geniessen wir noch einmal die einmalige Natur Islands. Bei Nieselregen fahren wir durch die Lavafelder und sehen manchmal ein wenig Dampf aufsteigen. Etwas Besonderes haben wir uns aber bis ganz zum Schluss aufgespart, ein Bad in der Blauen Lagune. Wer hätte das gedacht, die Sonne sendet uns zum Abschied ein paar wärmende Strahlen, wie um zu sagen, kommt doch wieder mal nach Island.


20. Tag: Sa. - Heimflug
Am Flughafen endet also diesmal das Abenteuer Island. Mit dem Nachtflug fliegen wir nach Zürich. Über den Wolken sehen wir nun auf dem Ganzen Flug ein Abendrot das gleichmässig in des Morgenrot in der Schweiz übergeht. Erst heute Abend wird es für uns das erste mal seit drei Wochen wieder Nacht. Viele Eindrücke und schöne Erlebnisse habe ich auch diesmal bei meiner dritten Islandreise gehabt. Island ich komme wieder.

4.7.06

Bin zurück aus Island

Hallo island Freunde.
Bin soeben aus Island zurückgekommen und habe wieder einen "Haufen" Eindrücke mitgenommen. An dieser Stelle kannst du in ca. 1 Woche meinen Reisebericht lesen. Vorerst gibts allerdings unter www.bilderreise.ch viele Fotos von meiner Islandreise 2004 zu bewundern.