17.6.19

6. Woche - Von Fjord zu Fjord - Die ausgefransten Westfjorde

Sommer in den Westfjorden

Eine sommerliche Reise nach Island und den Westfjorden

15. Mai - September 2019

 Woche 6



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Am zackigen Ende Islands. Letzte Woche habe ich bereits den Patriksfjördur und den Talknafjördur erkundet. Nun rücke ich von Fjord zu Fjord langsam gegen Norden vor.





Montag 17. Juni 2019

Auf Zack

Wenn die Nebel sich auflösen,
kannst in der Sonne dösen.



Weils gestern so schön war, gibt's heut wieder eine Wanderung, allerdings nur eine kleine von 8km. Nach einem heissen Bad, bis morgens 9 sind keine Touristen da, geht es hinaus Richtung Zipfel des Talknafjördur. Am Strand lass ich mich nieder zum Zmittag.

Die Nebel lichten sich am Talknafjördur
Wegweiser
kleiner Wasserfall
Verlassener Bauernhof
Vorbei an steilen Klippen ...
... Blumen und Felsen ...
... und Lupinen

Erster Blick hinunter auf Bildudalur
In Bildudalur wandere ich eine wenig durch das kleine Dorf und mach mir Abendessen am Hafen und schreibe Blog. Dann such ich mir ein Plätzchen für die Nacht.

Hafen von Bildudalur
Blaue Fjorde und steile Berge
Kirche
Heute ist übrigens Nationalfeiertag in Island. Am 17. Juni 1944 wurde die Republik Island gegründet. Das feiere ich bei einem guten Glas Wein, den ich mir letztes Jahr in Korsika gekauft habe. An einen schönen Platz mit Sicht auf die Alpen der Westfjorde geniesse ich den Abend. Noch hab ich ein wenig Zeit, denn die Sonne wird erst um 23:45 untergehen.

Nationalfeiertag Island 17. Juni


Dienstag 18. Juni 2019

Gegen den Wind

Pfeifft der Wind um die Ohren kalt,
ziehst tiefer die Mütze halt.



Die Wolken lösen sich auf
In der Nacht wurde es doch recht kühl. Auch ein paar Tropfen sind gefallen. Bald am Morgen lösen sich aber die Wolken auf und nur noch einige Nebel streichen um die Berge.

Ketten als Abschleppseil?
Also nichts wie weg. Da sehe ich am Wegrand einige Ketten liegen. Ich bin noch auf der Suche nach einem längeren Abschleppseil, falls ich wieder mal irgendwo steckenbleibe. Aber die sind mir definitiv zu schwer. Heut will ist die Spitze des Arnarfjördur erreichen. Das ist der zweitgrösste der Westfjorde und da werde ich die nächsten Tage verweilen.

Auf diesem Berg (Pfeil) war ich vorgestern
Angriffige Vogel am Arnarfjord
Alpen der Westfjorde
Selardalur
Wanderweg zur Spitze ...
... wird immer schmaler und steiler
Leuchtturm
Meine heutige Wanderung beginnt ganz entspannt auf einem Feldweg bei Selardalur. Etwa 6km soll es sein pro Weg. Irgendwann franst der weg mehr und mehr aus und ist schliesslich nur noch eine Spur in einer steilen Schutthalde. Das wird mir zu gefährlich und deshalb gehe ich am Strand entlang weiter. Schliesslich kann ich den Leuchtturm von weitem sehen. Aber nun Schluss für heute, ich kehre um, denn ich muss ja den gleichen Weg wieder zurück. Müde erreich ich mein Auto und geniesse ein feines Znacht. Noch einen Blick ins Museum von Samuel Jonsson, dann an der sonnenbeschienen Küste Richtung Bildudalur, immer die Alpen der Westfjorde im Blickfeld.

Isländer sind leidenschaftliche Offroadfahrer,
da brauchts massive Hindernisse

Zurück in Selardalur
Museum Samuel Jonsson in Selardalur
Fischzucht im Arnarfjördur, Alpen der Westfjorde
Sonnenuntergang



Mittwoch 19. Juni 2019

Die Monster sind los

Wenn ein Monster dich anglotzt ganz wild,
ist's vielleicht nur dein Spiegelbild.



Frühstück am Arnarfjördur
Nach einem gemütlichen Frühstück mit Blick auf den Arnarfjördur gehe ich auf Erkundungstour zu den Ungeheuern, die hier tief unten hausen und die Gegend unsicher machen.

Seemonstermuseum Bildudalur
Diese Monster hausen im Arnarfjördur
Da ist's im Museum doch recht gemütlich ...

... und auch die Kinder stört's nicht gross
Nun aber weiter den vielen Zacken des Fjords entlang.

Flugplatz von Bildudalur
wieder mal nen Hotpot gefunden in Reykjafjördur
am südlichen Ende des Arnarfjördur
Jetzt geht's auf über 500m über die Dynjandisheidi zum grössten Wasserfall der Westfjorde. Ich nehme es gemütlich und halte immer wieder an. Zum Glück, denn so bin ich erst Abends am Dynjandi Wasserfall. Hier liegt doch tatsächlich ein Kreuzfahrtschiff vor Anker. Die Touristen weden mit Schlauchbooten an Land gebracht und überfallen nun in Horden den Wasserfall. Jetzt ziehen sie ab.

O Schreck, ein Kreuzfahrtschiff ...
... Passagiere kommen mit dem Schlauchboot ...
... und überfallen den Dynjandi
Dynjandi und die kleineren Wasserfälle darunter
Endlich sind die Massentouristen weg und es wirdgleich viel ruhiger. Kreuzfahrtschiffe sind ein grosses Problem in Island und auch an vielen anderen Orten. So kommen jetzt auch ganz im Norden der Westfjorde Kreuzfahrtschiffe. So lange sie nicht an Land gehen, mag das ja noch OK sein. Wenn die Horden dann aber zu Tausenden auf die sensible Landschaft treffen, dann ist die Katastrophe vorprogrammiert. Da wird alles niedergetrampelt. In Hornstrandir sind die Ausflüge von Isafjördur aus streng limmitiert, doch die Kreuzfahrtschiffe wurde irgendwie vergessen.

Am Dynjandi gab es früher einen kleinen feinen Zeltplatz. Seit einigen Jahren ist hier aber das Campen verboten, ausgenommen Wanderer und Radfahrer. Das sind halt die Folgen des Massentourismus. Ich halte mich selbstverständlich an alle Verbote und fahre ein paar km weiter.



Donnerstag 20. Juni 2019

Wieder in ruhigen Gewässern

Zu viele Schafe zertreten das Gras.



Ich entfliehe dem Rummel und gehe zum Leuchtturm am mittleren Zipfel im Arnarfjördur.

Laugabol
Kurz hinter Laugabol ist fertig mit fahren, die Strasse wird zu ruppig. Jetzt bin ich wieder da, wo Hase und Fuchs sich guten Tag sagen. Nur einige Pferde weiden hier. Dem Hasen bin ich aber nicht begegnet.

Hinaus an den Zipfel ...
Alte Mauern
Pferde auf der Weide
schroffe Felsen
Polarfuchs am Strand
Blick zurück nach Bildudalur
... zum Leuchtturm Langanes
Diesen Leuchtturm habe ich schon seit 2 Tagen von der gegenüberligenden Seite gesehen. Nun hab ich ihn erreicht. Zeit für einen Snack, farblich abgestimmt auf den Leuchtturm. Dann geht's wieder zum Fjallfoss (Dynjandi) wo ich bis spätabends den Fallenden Wassern zuschaue.

Pause am Leuchturm


Pferde bei Laugabol
Amarnarfjördur Nordurfidir
Dynjandi von Weitem



Freitag 21. Juni 2019

Der Schäfer von Lokinhamrar

Ist holprig die Strass dann geh weg vom Gas.



Morgen am Fjord
Auch die Entenfamilie ist schon aufgestanden

Am östlichsten Zipfel des Arnarfjördur hängen noch einige Wolken. Kein Grund nicht trotzdem ein wenig Wandern zu gehen. Die Sonne wird am Nachmittag wieder scheinen. Ich schau mir das Wasserkraftwerk Mjolkarvirkun an und steige hoch zum Stausee.
Die Strasse am Arnarfjördur  wird neu gebaut und es gibt einen Tunnel durch den Berg
Wasserkraftwerk Mjolkarvirkun am Fjordende
Mittlerer Stausee
Druckleitung
Schnnee und Moos
Dynjandi oder Fjallfoss
Nach 2 schönen Tagen in der Umgebung des grössten und schönsten wasserfalls der Westfjorde gehe ich nun auf der Nordseite dem Arnarfjördur entlang. Mal schauen, ob es die feinen Waffeln im Cafe Hrafnseyri noch gibt.

Hrafnseyri
Verlassener Hof am Arnarfjördur
Nebel hängen ind den Bergen
noch ein verlassener Hof
Das mit den Waffeln, Fehlanzeige. Dann muss ich mir die halt in Zukunft selber machen! Das Angebot in den Cafes wird nicht besser, nur jedes Mal teurer. Für 900 Kronen gibts ein mickriges Stück Skyrtorte. Aber gut war sie. Ab jetzt wird die Strasse aber so richtig ruppig. Mal schauen wie weit ich noch komme. Hier kommt mir das Erste Auto entgegen. Als ich frage, Where you from, heisst's nur, aus Obwalden. Und dann, aha ein Cabrio Fahrer. So klein ist die Welt. Also guten Mut, wo die Obwaldner durchgekommen sind komm ich auch durch!

Strasse oder was?
Geschafft, es geht weiter ...
... und am Abend erreiche ich Lokinhamrar
Vor einigen Jahren habe ich im Fernsehen einen Film gesehen. "Der letzte Einsiedler"
Ein alter Schäfer hat seinen letzten Winter hier verbracht, nachdem alle anderen Farmer bereits weggezogen waren. Nach diesem letzten Winter musste er auch nach Reykjavik ziehen. So geht es vielen abgelegenen Bauernhöfen hier. Die Jungen ziehen in die Stadt und die Alten sterben aus. Jetzt wird das Anwesen als Ferienhaus genutzt und ein Zaun mit vielen "Privat" Schildern ist rundherum.



Samstag 22. Juni 2019

Auf in die Alpen

In die Alpen zieht's das Schaf,
denn hier hat's noch junges Gras
.



Nun bin ich bereits mehr als einen Monat in Island. Am 21. Mai binn ich angekommen. Das hab ich glatt vergessen zu feiern. Am Abend wird das nachgeholt.

Heute will ich auf die Alpen der Westfjorde und einen kleinen Gipfel besteigen. Zuerst muss ich aber die Umrundung der Halbinsel zwischen Arnarfjördur und Dyrafjördur vollenden. Also weiter Richtung Leuchtturm.

Morgen in Lokinhamrar mit Blick über den Arnarfjördur zu meiner Wanderung vom Dienstag
Leuchtturm Hafnarskard
Blick um die Ecke in den neuen Fjord
Schöner Felsenturm
Langsam dem Dryafjördur entlang zurück

Endlich geschafft. nun komme ich nach Thingeyri. Hier geniesse ich die Lupinen und die Ausicht vom Sandafell auf den Dryafjord. Auch will ich wieder mal was frisches einkaufen. Vor allem die Milch kann ich nicht zu lange schütteln auf diesen Schotterstrassen. Sie taugt dann nicht mehr für den Kaffee, aber als Shake ist sie super.

Häuschen zum Fisch trocknen bei Thingejri
Mal wieder eine Pause in den Lupinen
Kirche und Sportplatz in Thingeyri
Thingeyri von oben, vom Sandafell aus gesehen
Hoch auf dem Berg sehe ich den Arnarfjördur ...
... und den Dryafjördur
Von unten schau ich nochmals hoch

Heute Abend stosse ich an auf den Ersten Monat Island bei einen guten Glas Eierkirsch aus Ennetmoos. Ich lasse den Monat Revue passieren, bind dankbar dass alles gut gegangen ist und freue mich auf den nächsten Monat in Island.
Prost Island!



Sonntag 23. Juni 2019

Der Umweg zur Abkürzung

Nichts ist weiter als eine falsche Abkürzung.



In der Nacht hat es das erste Mal seit fast einem Monat geregnet. Es wird wohl ein trüber Tag. Aber das macht nichts. Ich kann es mal ja gemütlich angehen.

Lupinen im Regen
Vielleicht kommt die Sonne doch noch?
Überall in Europa sponsoren die grossen Konzerne Sportarenas. In Island auch aber hier gibt's auch gesponserte Wälder wie hier bei Thingeyri.

Toyota Wald
Vom Arnarfjördur zum Dryafjördur wird unter der Hrafnseyrarheidi durch ein neuer Tunnel gebaut. Damit wir die Strasse zwischen dem Dyandi Wasserfall und Isafjördur erheblich verkürzt. Nun schaue ich mir mal die Baustelle am Nordende an.

Dryafjardargöng
Baustelle am Dryafjördur
Nach einem feinen Mittagessen und einer ausgiebigen Pause beschliesse ich nach Isafjördur zu fahren und einzukaufen und die nächsten Wochen zu planen.

Bauernhof am Onundarfjördur
Isafjördur
Blick vom Skigebiet auf Isafjördur
Nun ist es Sonntagabend und das Wetter für die nächsten Tage sieht eher regnerisch aus. Morgen früh entscheide ich, ob ich weiterhin in den Westfjorden bleiben will oder weiterziehe.


Die ausgefransten Westfjorde - Rückblick auf die Woche

  • Viele lange und tiefe Fjorde gibt's in den Westfjorden
  • Die meister dieser Fjorde sind auch noch mehrfach verzweigt
  • Die Küste ist sehr steil und oft unwegsam
  • Hohe Berge gibt's zwischen den Fjorden
  • Auf vielen schmalen Strassen erkunde ich wo möglich den ganzen Fjord
  • Viele kleine und grössere Wanderungen bringen michn an manchen schönen Punkt
  • Immer wieder ein Höhepunkt ist es, oben auf einem der Berge über dem Nebel zu stehn und runtewr auf das Wirrwarr der Fjorde zu sehen
  • Die Ruhe abseits der Touristenströme fasziniert mich
  • Das Wetter ist fast die ganze Woche lang ausgezeichnet